Internationaler Vergleich zeigt: Deutsche fürchten den Missbrauch ihrer Daten am meisten …

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… wissen allerdings auch am wenigsten, was mit ihren Daten tatsächlich passiert


Online shoppen, einen Tweet absetzen oder schnell einen Post auf Facebook liken – Online-User hinterlassen mit nahezu jeder Aktion eine kleine Surfspur im Netz. Aber wie aufgeklärt sind User in Sachen Datenschutz eigentlich? Und gibt es länderspezifische Unterschiede?

Das wollte die US-amerikanische Forma wissen und hat insgesamt 900 Online-User in Deutschland, den USA, Großbritannien, Indien und China zu ihren Einstellungen zum Thema Datenschutz befragt. Ist die Angst vor dem Missbrauch persönlicher Daten, die „German Angst“, wirklich ein typisch deutsches Phänomen? Den Ergebnisse der Online-Befragung zufolge, ja, denn demnach haben die Deutschen am meisten Angst um ihre Daten. Ebenso traurige Wahrheit: Sie wissen offensichtlich im weltweiten Vergleich am wenigsten darüber, was mit den Informationen passiert.

 

Persönliche Daten sind deutschen Usern heilig

Für ihre repräsentative Studie ließ Frog Online-Nutzer in Deutschland, den USA, Großbritannien, China und Indien befragen. Auffällig: In China und Indien messen Online-User ihren persönlichen Daten nur einen geringen Wert bei. Ganz anders deutsche Umfrageteilnehmer, die ihre eigenen Daten mit Abstand als am wertvollsten einschätzten. Was in der Konsequenz nahe liegt, trifft auf Deutschland dennoch nicht zu, denn trotz dieser Wertschätzung nutzen deutsche User Datenkraken wie Google und Facebook auch nicht differenzierter als User anderer Länder.

Weltweite Unwissenheit darüber, was mit Daten passiert

Nicht nur dass, sie wissen mitunter auch nicht, welche Surf-Spuren sie auf ihrer digitalen Customer Journey wirklich hinterlassen. Bewusst befragt nach den zuletzt genutzten Online-Diensten sollten die Probanden auch Auskunft darüber geben, welche Daten – etwa zu Standorten oder Suchhistorien – sie damit Unternehmen preisgegeben haben. Hier zeigt sich: Obwohl die Inder mit 28 % am häufigsten Antwort auf diese Frage geben konnten, herrscht insgesamt international noch immer enormer Aufklärungsbedarf, welche Daten wie erfasst und verarbeitet werden (dürfen). Mit 16 % wussten deutsche User übrigens am wenigsten, welche Daten sie zur Verfügung gestellt hatten.

Schützenswerte Daten: Dafür würden deutsche User bezahlen

Interessant sind auch die Ergebnisse zu den Arten von Daten, die Online-User als besonders wertvoll erachten. So wertvoll, dass sie bereit wären, Geld für deren Schutz zu bezahlen: In Deutschland und Großbritannien stehen da vor allem Daten rund um die eigene Gesundheit, hier würden deutsche User mit Abstand am meisten zahlen, nämlich 184,20 US-Dollar (Großbritannien: 59,46 US-Dollar). Ebenso hoch stufen deutsche User persönliche Ausweisdaten sowie Kreditkarteninformationen und Daten über ihre digitale Kommunikation ein. Zum Vergleich: Indien würde für den Schutz von Bank- und Kreditkarteninformationen (22,20 $) zahlen. Am unteren Ende der Skala, und somit am wenigsten sensibel sind für alle Länder Daten aus Social Media-Profilen, demografische Angaben oder Kontaktinformationen.

 

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(Quelle: Harvard Business Review, https://hbr.org/2015/05/customer-data-designing-for-transparency-and-trust )

 

Hausärzte genießen das höchste Vertrauen

Selbstkontrolle erwünscht, besonders, wenn es um die Weitergabe eigener Daten geht. Hier zeigen deutsche Umfrageteilnehmer, dass bei ihnen vor allem der eigene Arzt das höchste Vertrauen genießt; 86 % würden ihm persönliche Daten anvertrauen. Im Unternehmensbereich stehen E-Commerce-Anbieter und Finanzdienstleister hoch im Kurs  – 75 % vertrauen Amazon, 73 % PayPal und den Sparkassen, 72 % Visa und Mastercard. Social Media-Dienste wie Facebook (27 %) und LinkedIn (24 %) landen dagegen bei der Vertrauensfrage auf den hinteren Rängen.

Erfolgreiche Unternehmen werben um das Vertrauen ihrer Kunden – dieser Weg führt nur über ausreichend Transparenz und Aufklärung darüber, welche Daten in welcher Form und für welche Zwecke gespeichert werden.

Über die Umfrage: Für die Studie befragte das auf strategische Beratung spezialisierte US-Unternehmen Frog insgesamt 900 Online-User aus fünf Ländern – den USA, Großbritannien, Deutschland, China und Indien – nach ihren Einstellungen und Meinungen rund um das Thema Datenschutz im Internet.

Quelle: https://hbr.org/2015/05/customer-data-designing-for-transparency-and-trust