Weihnachten 2015: So shoppen die deutschen Endverbrauchen

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Wunschzettel spielen kaum eine Rolle / Online schlägt Offline bei der Informationsbeschaffung / Einzelhandel erwartet Umsätze von 17 Mrd. Euro / Startschuss fürs Weihnachtsshopping fällt bereits im November

Die Vorweihnachtszeit ist nicht mehr weit und damit beginnt bald die wichtigste Phase für den deutschen Einzelhandel. In den Wochen vor Weihnachten entscheidet sich meist das Jahresgeschäft; wer bestens auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden vorbereitet ist, hat auch gute Aussichten auf gute Umsätze. Wie aber tickt der typische Weihnachts-Shopper in diesem Jahr – was wünscht er sich und (noch viel wichtiger) was wird er verschenken?

Wunschzettel haben wenig Relevanz
TNS-Infratest hat dazu im Auftrag von Google etwa 2.500 deutsche Online-Nutzer befragt und wollte wissen, wie sie rund um Weihnachten nach Geschenken suchen und was sie kaufen werden. Die aktuelle „Xmas Consumer Journey“ (https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/article/erfolgreiches-weihnachtsgeschaft-5-tipps-fur-handler-und-online-shops/)   liefert einige interessante Erkenntnisse: Sparen Sie sich Ihren Wunschzettel! Denn gerade einmal ein Drittel der Shopper wird darauf Rücksicht nehmen; der Rest setzt eher auf spontane Ideen. Inspirationsquelle für Geschenkideen sind vor allem Entdeckungen in Online-Shops, stationären Geschäften und die eigene Vorerfahrung. Ebenfalls interessant: Nur etwa 5% der Befragten werden durch Werbung auf Geschenke aufmerksam; weitere 6% erhalten über Freunde und Bekannte Tipps zu bestimmten Produkten.

Aber was sind denn nun die beliebtesten Weihnachtsgeschenke der Deutschen?
Auch hier liefert Google Antworten – auf Basis der Handelskategorien, in denen 2014 am meisten geshoppt wurde. Demnach landeten im vergangenen Jahr Pflegeprodukte, Kosmetika und Parfüms am häufigsten im Warenkorb (60%). Der Deutschen zweit liebstes Produkt waren Bücher (49%), gefolgt von Konsolen und Spielwaren (44%). Unterhaltungselektronik landete überraschenderweise weniger oft im Einkaufswagen (27%).
Wer glaubt, dass Online dem stationären Handel den Rang abläuft, wird ebenfalls eines besseren belehrt: während beim Vergleich von Produkten und Angeboten online favorisiert ist (78%), wird offline dagegen häufiger geshoppt (69%). Auf das Smartphone als Shoppinghilfe setzen vor allem die jüngeren Erwachsenen; 50% der befragten unter 24-Jährigen bummeln digital; 34% shoppen auch mobil.

Mehr Ausgaben in 2015 geplant
Was aber erwartet den Einzelhandel in diesem Jahr? Darauf hat die „Christmas Survey“ der internationalen Unternehmensberatung Deloitte einige interessante Antworten. Demnach wollen deutsche Endverbraucher 2015 mehr Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben als im Vorjahr. Für den Einzelhandel können das Umsätze von etwa 17 Milliarden Euro bedeuten. Pro Haushalt steigen die Ausgaben um fast 2,5% auf 256,00 Euro für Geschenke; für Nahrungsmittel werden 2015 124,00 Euro ausgegeben (+3%). Das Gesamtbudget für ein erfolgreiches Weihnachten 2015 wächst auf durchschnittlich 423,00 Euro.
Pro Geschenk planen die Deutschen etwa 28,00 Euro ein, der Partner erhält Präsente im Wert von 50,00 Euro und für Kinder geben sie 73,00 Euro aus.
Zahlreiche Händler starten bereits vor dem ersten Adventswochenende mit ihren Weihnachtsaktionen. Gute Entscheidung, denn viele Verbraucher starten laut Deloitte bereits Anfang November mit dem Weihnachtsshopping. Eher rückläufig ist der Trend, Last-Minute kurz vor den Feiertagen in die Geschäfte zu stürmen.
Wenig überraschend auch bei Deloitte: Fast die Hälfte des Geldes wird Online ausgegeben. Offline liegen vor allem Spezialgeschäfte vorn; sie werden häufiger aufgesucht als große Kaufhausketten. 16% der Befragten wollen dieses Jahr wieder in lokalen Fachgeschäften einkaufen. Der umgekehrte Trend allerdings für Lebensmittel, hier haben stationäre Läden noch immer ganz klar die Nase vorn: lediglich 6% der Befragten werden diese online shoppen; die Mehrheit bevorzugt Discounter und Supermärkte.

Was aber wünschen sich deutsche Verbraucher?
Bares lacht – sowohl Frauen (54%) und Männer (44%) hätten am liebsten Geld unter dem Weihnachtsbaum. Sollte keine Geldscheine rascheln, dürfen das aber Buchseiten sehr gern. Bücher stehen nämlich an zweiter Stelle auf den Wunschzetteln der Nation (Frauen: 50%; Männer: 28%). Dann allerdings scheiden sich die Geschlechter: Während Frauen sich noch über Schönheitspflege / Wellness (37%) oder Kosmetika / Parfüms (35%) freuen, liegen bei Männern BluRay / DVDs (24%) sowie Reisen (23%) hoch im Kurs.
So weit, so gut – denn tatsächlich verschenken möchten die Deutschen Bücher (36%), Schokolade (30%) und Gutscheine (28%). Die heiß begehrten Geldgeschenke dagegen stehen erst auf Platz 7 der geplanten Präsentliste (18%).

Fazit: Der frühe Vogel fängt den Wurm – die Mehrheit der Deutschen startet den Weihnachtscountdown bereits Anfang November. Von den tatsächlichen Wünschen lässt sich die Mehrheit der Verbraucher eher weniger leiten; sie schenken, was sie wollen. Online ist nach wie vor die bevorzugte Informationsquelle für Preise und Produktdetails; geshoppt wird aber auch gern offline. Vor allem bei Lebensmitteln vertrauen die Konsumenten den stationären Angeboten.

Über die Studien:
Für die „Xmas Consumer Journey“ ließ Google TNS-Infratest 2.500 deutsche Online-Nutzer zu ihren Kaufgewohnheiten und ihrem Suchverhalten zu Weihnachten befragen. Weitere Informationen zur Studie gibt es unter https://www.thinkwithgoogle.com/intl/de-de/article/erfolgreiches-weihnachtsgeschaft-5-tipps-fur-handler-und-online-shops/

Für die mittlerweile 18. Christmas Survey befragte Deloitte in diesem Jahr 14.065 Verbraucher aus 14 Ländern in Europa und Südafrika zum individuellen Konsumentenverhalten in der Weihnachtszeit. Für Deutschland standen 1.571 Personen Rede und Antwort. Die Ergebnisse wurden über drei Wochen bis Mitte Oktober erhoben. Weiter Informationen gibt es unter http://www2.deloitte.com/de/de/pages/consumer-business/articles/christmas-survey.html