Big Data vs. Datenschutz – wie geht das zusammen?

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Seit Jahren werden Daten in mittlerweile unvorstellbaren Mengen gesammelt und verarbeitet. Macht der deutsche Datenschutz dieser Sammelwut ein Ende?

Big Data ist weltweit eines der großen „Buzzwords“ der Digitalwirtschaft geworden. Auch wenn es unwahrscheinlich klingt: Deutscher Datenschutz ist zwar oft ein Hemmschuh und kann zugleich ein Wettbewerbsvorteil innerhalb der Internetökonomie sein. Lassen Sie uns an dieser Stelle die Vorteile und Hemmnisse aufschlüsseln.

Strenger Datenschutz als USP nutzen
Weltweit erstellen Unternehmen aus über Telemedien gesammelten Informationen persönliche Nutzerprofile. Von Jahr zu Jahr entstehen mehr Geschäftsmodelle, die ihre Erlöse über personenbezogene Daten erzielen. In Deutschland gilt das Prinzip der Datensparsamkeit – zudem dürfen personenbezogene Daten von einigen Ausnahmen abgesehen nur dann erhoben und langfristig gespeichert werden, wenn der Nutzer der Erhebung eindeutig zustimmt (TMG § 12 ). Die EU-Richtlinie folgt diesem Muster und schafft so ein Alleinstellungsmerkmal rund um Big Data und Cloud Computing. Denn Daten sind durch die strengen Regularien in Deutschland sicherer aufgehoben als über all anders auf der Welt. (haufe/heise/computerwoche: Welche Rolle spielt der Datenschutz in der Welt)

Big Data: Bestmöglicher Umgang mit persönlichen Daten
Die besonders strengen Datenschutz-Regeln in Deutschland zwingen Unternehmen hoch-sensibel mit dem kostbaren Gut „persönliche Daten“ umzugehen. Das kann zum Vorteil werden. Denn Datenschutz dient dem Verbraucherschutz. Im digitalen Zeitalter sind Datenspuren nur durch die hartnäckigsten Internet-Verweigerer zu vermeiden. Umso größer ist der USP eines maximalen Datenschutzes für den oftmals zu Recht aufgeschreckten Verbraucher, der sich vor Missbrauch seiner Daten fürchtet. Die Einhaltung der strengen Datenschutzrichtlinien wird dadurch zu einem unschätzbaren und nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil (um die Gunst der Verbraucher). (Siehe dazu eine Stellungnahmen des Deutschen Bundestages)

Win-Win-Situationen schaffen
Die eigentliche Kür in unserer Branche ist es, aus „Big Data“ „Smart Data“ zu schaffen. Dies ermöglicht es, dem Verbraucher nur die Informationen zukommen zu lassen, die ihn oder sie tatsächlich interessieren. Der allerorten gehörte Slogan „Werbung nervt“ ist zu kurzsichtig betrachtet. Richtig ist vielmehr, dass einen Verbraucher, der mit Werbung zugeschüttet wird, die ihn in seiner aktuellen Lebensphase nicht tangiert, stört. Einer frischgebackenen Mutter sollte man keinen Alkohol anbieten und ein Rentner freut sich mitnichten über eine Werbung zu Baby-Artikeln. Auch das Stichwort „Gender-Marketing“ kann hier eine Rolle spielen.

Neue intelligente Auswertungen von großen Datenmengen erlauben einen gründlicheren Blick auf die individuellen Bedürfnisse. Das hehre Ziel der Werbung ist es, jeden Verbraucher mit jener Information zu bestücken, die er tatsächlich benötigt, und dies seinem Alter, Geldbeutel, Hobbies etc. vorsortiert. Und zwar auf den Kanälen seiner Wahl. Zielgruppengerechtes Multichannel-Marketing. Hätte jene frischgebackene Mutter Interesse an einem jungen Startup mit nachhaltigen Baby-Produkten? Oder würde sich der Rentner freuen, etwas über die neuesten Seniorenreisen zu erfahren? Schon wahrscheinlicher als die oberen Beispiele!

Die Motivation ist es, unser aller Leben im digitalen Alltag ein Stück einfacher zu gestalten. Wenn dies datenschutzkonform vonstattengeht, haben beide Seiten einen Nutzen.

Ein Blick nach vorn
Möchten Unternehmen nachhaltig vertrauensvoll kommunizieren, müssen sie Grenzen im Umgang mit Kundendaten einhalten. Eines ist sicher: die gesammelten Datenmengen werden sich nicht reduzieren, sondern vielmehr weiter steigen. Täglich tun sich branchenübergreifend neue Big Data-Felder auf, deren sinnvolle Auswertung der Daten einen ausgewiesenen Nutzen für werbende Firmen und Verbraucher bringen können.

Die seit Jahren andauernden Abstimmungen zur EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DGV) wurden nun am 15.12.2015 in den sog. „TRILOG-Verhandlungen“ zwischen Vertretern des EU-Rates, der EU-Kommission und des EU-Parlaments abgeschlossen. Der Verhandlungskompromiss wurde sodann am 16.12.2015 vom LIBE-Ausschuss des EU-Parlaments abgesegnet und wird voraussichtlich Anfang 2016 vom EU-Parlament und EU-Rat formal beschlossen sowie anschließend im Amtsblatt der EU verkündet. Die EU-DGV tritt nach einer zweijährigen Frist ab Verkündung voraussichtlich Anfang 2018 in Kraft. Wir werden Sie an dieser Stelle sehr zeitnah über weitere Sachverhalte zur EU-DGV informieren.

Das Urteil des EuGH zur Unwirksamkeit des Safe Harbor-Abkommens ist da nur einer der Wegweiser in Richtung „stringenter Verbraucherschutz“. Wer am Markt überleben möchte, muss sich rechtzeitig darauf vorbereiten.

Der große gemeinsame Nenner der nur scheinbaren Gegner Datenschutz und Big Data ist tatsächlich der zu schützende Verbraucher. Die künftige Schlüsselkompetenz und Aufgabe von „Big Data“-Nutznießern ist es, den Kunden zentral einzubeziehen. Über Aufklärung und Dialog.[/vc_column_text][/vc_column]

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