Online- und Offline-Handel in friedlicher Koexistenz: Deutsche Verbraucher lieben beide Kanäle

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Nielsen-Studie zeigt: E-Commerce und stationärer Handel kannibalisieren sich nicht / Wahl des Shoppingkanals vom Produkt abhängig


Online vs. Offline – in keiner anderen Branche werden Online und Offline so kritisch beäugt wie im Retail / E-Commerce. Hartnäckig hält sich die These, dass Onlineshops dem stationären Handel zunehmend den Rang ablaufen und Ladengeschäfte aus dem Wettbewerb drängen.

Allerdings, und so belegt es auch die jüngste Nielsen-Studie, unterscheiden Endverbraucher in der Praxis immer seltener zwischen dem „Entweder – Oder“, sondern nutzen beides. Wie die internationale Studie zum Kaufverhalten zeigt, starten Verbraucher weltweit ihre Shoppingtouren nicht nur offline, um sie dann online zu beenden („Showrooming“). Es geht auch anders herum – Konsumenten beginnen ihren Einkaufsbummel online – und beenden ihn häufig im Laden („Webrooming“).

Globale Ergebnisse auf einen Blick:

  • 55% aller Umfrageteilnehmer weltweit kaufen Kleidung online.
  • Reisen gehören weltweit zu den beliebtesten fünf Kategorien für Online-Einkäufe.
  • Nur jeder 10. Befragte hat dagegen schon einmal Lebensmittel online geshoppt.
  • In Korea kaufen die meisten Verbraucher online Kleidung (77%), Japan liegt beim Online-Shopping von Büchern und Musik vorn (79%). In Europa führt Deutschland die Riege beim Kauf von Kleidung (76%) und Musik und Büchern (75%) an.
  • International etabliertes Zahlungsmittel ist die Kreditkarte (53%) vor Zahlungsprovidern wie PayPal oder Alipay (43%) und der EC-Karte (39%) sowie Sofortüberweisung (38%).

 

Wie aber shoppen speziell die Deutschen?

Das als „Webrooming“ – und digitaler Schaufensterbummel – bekannte Verhalten tritt demnach vor allem bei elektronischen Produkten auf. So informieren sich Verbraucher etwa bei Unterhaltungselektronik wie Digitalkameras (59%) und auch IT-Elektronik wie Smartphones und Laptops (50%) zunächst online, um dann im stationären Handel zu kaufen.

Allerdings – und hier relativiert Nielsen – lässt sich dieses Einkaufsverhalten nicht auf jede Produktkategorie übertragen. Obwohl 99% der Deutschen schon mindestens einmal ein Produkt im Internet gekauft haben, hängt das „Wo“ häufig vom Produkt ab. So wandern Konsumgüter wie Kleidung (76%), Bücher und Musik (75%) und Reisen (57%) deutlich öfter in den digitalen Warenkorb. Verbrauchsgüter kaufen die Deutschen dagegen sehr viel häufiger offline ein – wie die Online-Shopping-Zahlen zeigen: Nur 20% shoppen alkoholische Getränke digital, 17% Babyprodukte und frische Produkte gerade einmal 9%.

Schnäppchenjagd und gezielte Einkaufstouren setzen sich auch online durch: Etwas mehr als ein Drittel der Befragten (34%) suchen gezielt nach Online-Prospekten, weitere 32% schätzen die Zeitersparnis, die sie durch den Online-Kauf erreichen. Besonders attraktiv ist für deutsche Kunden auch die Verfügbarkeit von Händlern, die offline eher schwer zu erreichen sind (31%). Zudem haben 73% der Deutschen in den vergangenen sechs Monaten auch bei ausländischen Shopbetreibern gekauft.

 

Omni-Channel als Erfolgskonzept

Händler, die einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt nicht den Anschluss verlieren möchten, sind bestens beraten, möglichst alle relevanten Kanäle ins Visier zu nehmen. Der klassische Kunde unterschiedet nicht, ob er online oder offline shoppt; er sucht nach der Option, die am besten zu seinen Wünschen und Bedürfnissen passt. Laut Nielsen sind erfolgreiche Händler am besten auf diesen Kundenanspruch vorbereitet, wenn sie:

  • den Kunden in den Fokus ihrer Maßnahmen stellen
  • ihre Angebote auf ihre Kunden zuschneiden (Personalisierung)
  • länderspezifische Unterschiede im Konsum- und Shoppingverhalten erkennen und beachten
  • in eine umfangreiche Infrastruktur investieren
  • Omi-Channel denken

 

Über die Studie: Für die aktuelle „Nielsen Global Connected Commerce Survey“ wurden von August bis Oktober 2015 mehr als 13.000 Konsumenten in 26 Ländern weltweit online zu ihrem Shoppingverhalten befragt. Die Ergebnisse wurden im Januar 2016 erstmals vorgestellt. Die vollständige Studie kann hier heruntergeladen werden: http://www.nielsen.com/us/en/insights/reports/2016/global-connected-commerce.html[/vc_column_text][/vc_column]

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