Keine Lust auf neue Wege: Chefetagen in Großunternehmen lassen Digitalisierung (noch) sausen

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Keine Lust auf neue Wege: Chefetagen in Großunternehmen lassen Digitalisierung (noch) sausen

Studie von etventure und GfK Nürnberg: Nur 6 % aller Befragten halten Digitalisierung für eines der wichtigsten Themen

Im Alltag sind digitale Medien längst zum integralen Bestandteil geworden. Zeit also auch für Unternehmen, digitale Medien und das Internet endlich fest im Fundament zu verankern. Wie ernst aber nehmen deutsche Führungsetagen die Transformation ihrer bestehenden Geschäftsfelder in das digitale Business? Dafür ließ die Digitalberatung etventure mit Unterstützung der GfK Nürnberg jüngst Vorstände, Geschäftsführer und die für die Digitalisierung verantwortlichen Führungskräfte in 2.000 deutschen Großunternehmen zum Stellenwert der Digitalen Transformation in ihren Unternehmen befragen. Das Kernergebnis: Obwohl die Digitalisierung bereits seit einigen Jahren eines der zentralen Themen der Marketing- und IT-Branche ist, läuft das Thema in den Chefetagen deutscher Firmen eher „nebenbei“ mit.

Deutschlandstudie „Digitale Transformation und Zusammenarbeit mit Startups in Großunternehmen“ – Kernaussagen auf einen Blick:

  • Nur 6 % aller Befragten halten Digitalisierung für eines der wichtigsten Themen
  • 40 % der Führungskräfte zögern in puncto radikaler Entscheidungen
  • Bei weniger als 50 % aller befragten Unternehmen ist die Digitale Transformation Chefsache
  • 65 % gaben veraltete Strukturen als Hinderungsgrund für eine Digitalisierung an

Nur 6 % aller Befragten halten „Digitalisierung“ für eines der wichtigsten Themen, die Mehrheit ordnet die digitale Transformation unter die Top3-Themen (35 %) oder Top10-Themen (43 %) ein. 16 % messen der Digitalisierung keine oder nur eine untergeordnete Rolle bei. Entsprechend gering fällt laut etventure und GfK Nürnberg daher auch die Bereitschaft für Investitionen aus: Gerade einmal 14 % aller Befragten gaben an, andere Investitionen zugunsten der Digitalisierung zurückstellen zu müssen.

Die Gründe für den mangelnden Enthusiasmus sind zahlreich und vielfältig. So fehle es in den meisten Großunternehmen an konsequenter Führung bei der Digitalisierung. In gerade einmal 48 % aller befragten Firmen ist die Digitalisierung erklärte Chefsache und somit Aufgabe des Vorstandes oder der Geschäftsführung. Genau diese Gewichtung ist für eine stringente Umsetzung mehr als wichtig, sind doch nahezu alle Geschäftsbereiche von der Umstrukturierung betroffen und brauchen die volle Rückendeckung der Management-Ebene. Die Realität in deutschen Unternehmen sieht jedoch ganz anders aus: bei 75 % wird die digitale Transformation entweder von der Entwicklungsabteilung oder der IT gesteuert.

Bestehende Strukturen verhindern den digitalen Wandel

Aber auch weitere Hürden hemmen die Digitalisierung. So glauben 65 %, dass die Verteidigung bestehender Strukturen Veränderungen verhindert; weiteren 54 % fehlt die Zeit und 52% die Erfahrung für ein nutzerzentriertes Vorgehen. 42 % halten sich für festgefahren und 40 % der Führungskräfte scheuen radikale Entscheidungen.

Viele Großunternehmen setzen zunehmend auf die Unterstützung junger Ideengeber und holen sich Startups zur professionellen Unterstützung ins Haus. Der Großteil der Befragten erhofft sich vor allem den Zugang zu neuen Technologien (87 %) sowie schnellere und mehr Innovationen (85 %). Nach weiteren Vorteilen einer Zusammenarbeit befragt gaben die Umfrageteilnehmer an, von den Startup-Methoden lernen zu können (81 %), schneller Piloten oder Proof-of-Concept-Lösungen umzusetzen (71 %) und insgesamt verbesserte Produktangebote zu erhalten (64 %).

Eine Zusammenarbeit mit Startups aber bringt nicht nur Vorteile mit sich. So seien das mangelnde Verständnis für die Abläufe in Großunternehmen (74 %), unterschiedliche Sicherheitsanforderungen (72 %) und stark divergierende Unternehmenskulturen (66 %) die kritischsten Punkte.

Über die Studie: Die Digitalberatung etventure ließ mit Unterstützung der GfK Nürnberg Vorstände, Geschäftsführer und die für die Digitalisierung verantwortlichen Führungskräfte in 2.000 deutschen Großunternehmen mit einem Mindestumsatz von 250 Mio. Euro pro Jahr zum Stellenwert der Digitalen Transformation in ihren Unternehmen befragen. Die telefonische Befragung erfolgte durch die GfK im Januar 2016. Die Ergebnisse sind in der aktuellen Deutschlandstudie „Digitale Transformation und Zusammenarbeit mit Startups in Großunternehmen“ zusammengefasst und kann hier kostenlos angefordert werden: http://www.etventure.de/deutschlandstudie/.[/vc_column_text][/vc_column]

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