Smart Cities – vernetzte Städte

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Smart Cities – die neue Zukunft des Wohnens

Intelligente Technologien und Daten revolutionieren das Zusammenleben in Städten

Immer mehr Menschen zieht es in die Stadt – die großen Metropolen dieser Welt platzen schon jetzt aus allen Nähten, Tendenz steigend. Laut einem UN-Bericht werden 2050 etwa zwei Drittel der Menschen in Städten leben, 2014 waren es etwas mehr als 50 Prozent. Der stetig wachsende Zustrom neuer Bürger stellt die Stadtplaner weltweit nicht nur vor die große Herausforderung, neuen Wohnraum zu schaffen. Auch das Thema „Lebens- und Wohnqualität“ beschäftigt Planer, Architekten und Ingenieure. Ein neues Konzept – „Smart City“ – widmet sich genau diesem Bereich und der Frage, wie Städte besser vernetzt mehr Qualität schaffen können.

Für das Verständnis einer „Smart City“ gilt dabei: eine einzige, allgemein gültige Definition des Begriffs gibt es nicht. Vielmehr sammeln sich hier alle ganzheitlichen Entwicklungskonzepte, die dabei helfen, eine Stadt intelligenter zu machen und einzelne Bereiche wie Umwelt, Verkehr und Energie ressourcenschonend und kosteneffizient miteinander zu vernetzen. Für diesen Fortschritt braucht es intelligente Technologien und vor allem Daten. Klingt kompliziert? Ist es aber gar nicht, denn viele solcher Teilkonzepte sind bereits in zahlreichen Städten gelebte Praxis, auch in Deutschland.

Als europäische Paradebeispiele für eine gelungene Vernetzung mehrerer wichtiger Stadtbereiche gelten die spanische Städte Santander und Barcelona. Hier ist es der Stadtverwaltung gelungen, mithilfe datenbasierter Technologien einige schwerwiegende Probleme zu lösen. Etwa 20.000 in der Stadt verteilte oder an öffentlichen Bussen befestigte Sensoren versorgen ein zentrales Leitsystem permanent mit Daten und Informationen zum aktuellen Geschehen in der Stadt. Diese Daten wiederum fließen in beispielsweise in die intelligente Verkehrsplanung. So werden alle Parkplätze der Stadt wie ein Parkhaus organisiert: LED-Tafeln weisen Autofahrer in Echtzeit darauf hin, ob es sich lohnt, die Straßen weiter zu befahren oder ob freie Parkplätze verfügbar sind. Per GPS und Lichtsignalen werden sie zur nächsten Parkmöglichkeit dirigiert. Und auch Die Autofahrer selbst können ganz einfach über eine Smartphone-App ihre Tickets verlängern und bequem zahlen, ohne nach einem Kassenautomaten suchen zu müssen.

Ebenso intelligent funktioniert auch die Müllabfuhr: Über Sensoren wird der Ladezustand in den Mülltonnen erfasst. Je nach Füllmenge lassen sich die Fahrtwege der Müllentsorgungsfahrzeuge effizienter planen, weil sie nur dorthin fahren, wo sie auch gebraucht werden. Ähnliche Konzepte lassen sich auch auf den Nahverkehr übertragen: Sensoren an den Bussen erfassen die aktuelle Position und übertragen den Standort per GPS an eine App. So wissen Passagiere immer ganz genau, wo sie sich ihr Bus befindet und wann sie mit der Ankunft rechnen können. Und auch in Sachen Beleuchtungskonzepte bilden Daten die Grundlage für Echtzeit-Aktionen und mehr Kosteneffizienz, indem sich Lampen automatisch ein- und ausschalten, wenn Fußgänger, Radfahrer oder Autos einen „Bewegungsmelder“ passieren.

Und auch in Sachen Wasserversorgung geht man in Spanien längst neue Wege: Datenboxen zeichnen unter anderem Wetterdaten auf und regulieren so, wann die öffentlichen Grünanlagen mit Wasser aus den Sprengern versorgt werden müssen, oder Regen ansteht.

Immer mehr Städte öffnen sich für solch vernetzte Konzepte, auch in Deutschland. So etwa in München, am „Schwabinger Tor“: eine Smartphone-App bietet eine völlig neue Form der Nachbarschaftshilfe für die knapp 3.000 Anwohner und Büromitarbeiter im Viertel und informiert über Angebote in lokalen Geschäften, ob ein Paket abgegeben wurde oder wo es eventuell Dinge zu tauschen gibt. Auch das ist „Smart City“.

Weiterführende Links zum Thema:

http://www.smartsantander.eu/
https://www.bundesverband-smart-city.de/
http://deutschland-intelligent-vernetzt.org/wp/expertengruppen/expertengruppe-smart-cities-smart-regions/

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