Innovationsstandort Deutschland – Top oder Flop?!

Home  /  Blog  /  Innovationsstandort Deutschland – Top oder Flop?!

Wie innovativ ist Deutschland?

Zwei Institutionen, zwei Meinungen: Das Technologiemagazin Wired und die Unternehmensberatung Deloitte wollten genauer wissen, wie es Gründern in Deutschland ergeht und sind zu ziemlich unterschiedlichen Ergebnissen gekommen.

„Deutschland hat weltweit eine herausragende Position in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung. Deutsche Unternehmen sind Vorreiter in innovativen Produkten und ‚Made in Germany’ bürgt für Qualität“, lautet das Statement des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf der eigenen Website. Inwieweit das stimmt, haben Wired und Deloitte genauer unter die Lupe genommen und jeweils eine eigene Studie zum Thema vorgelegt: „Digitale Wettbewerbsfähigkeit – Wo steht der Standort Deutschland?“ (Deloitte) und „State of European Tech Report 2016“ (Wired).

Deloitte-Studie: Keine Startup-Kultur
Die Deloitte-Studie bescheinigt Deutschland im OECD-Vergleich Stärken und Schwächen in den Kernpunkten Talente, Startup-Kultur sowie Investitionen. So kommt Deloitte zu der Erkenntnis, dass Deutschlands Position im Hinblick auf digitale Transformation stark im Talente-Nachwuchs, aber schwach in Sachen IT-Fachleute und Innovationen angelegt ist.

Deutschland ist im Bereich kommende digitale Talente zwar sehr gut aufgestellt. Doch in Sachen Innovationen ist noch Luft nach oben. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass Innovationen – insbesondere aus dem Bereich der Digitalisierung – nicht in großen Konzernen stattfinden, sondern in Startups. Doch genau bei den unternehmerischen Aktivitäten und Einstellungen hat Deutschland Nachholbedarf. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in der mehrheitlich skeptischen Haltung der Deutschen gegenüber dem Unternehmertum. Der Bevölkerung fehlt das Vertrauen in die eigenen unternehmerischen Fähigkeiten und das Überwinden der Furcht vor dem Scheitern. Darüber hinaus weisen deutsche Firmen Defizite bei Investitionen in digitale Technologie und belegen im OECD-Vergleich einen der letzten Plätze.

Nicolai Andersen, Partner und Leiter Innovation bei Deloitte fasst zusammen: „Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte, um dem Land im Hinblick auf die Digitalisierung mehr Schwung zu verleihen. Das beginnt bei einer erweiterten und intensivierten Ausbildung mit besonderem Fokus etwa auf Data-Analytics-Kompetenzen und dem Prinzip lebenslangen Lernens. Vor allen aber sind höhere Investitionen in den gesamten Bereich der Digitalisierung erforderlich, um die wirtschaftliche Produktivität und den Wohlstand zu erhalten oder gar zu steigern.“

Wired-Studie: Talente gibt es genügend
Das Technologiemagazin Wired sieht Deutschlands Innovationskraft dagegen nicht ganz so düster. So habe die Bundesrepublik – entgegen der allgemeinen Annahme –
die Digitalisierung keineswegs verschlafen, sondern weise großes Potenzial auf. Denn der Tech-Arbeitsmarkt ist in Deutschland im vergangenen Jahr sogar um 3,3% gewachsen. Darüber hinaus kann Deutschland in puncto Arbeitskräfte einen Erfolg einstreichen: Unter den zehn wichtigsten Computer-Science-Universitäten in Europa befinden sich laut Studie drei deutsche (TU München, Karlsruher Institute of Technology und RWTH Aachen).

Zudem ist auffällig, dass Deutschland besonders im Bereich Deep Tech (KI, IoT, VR, Frontier Hardware) Stärke beweist. Die Deep-Tech-Investitionen haben sich seit 2011 auf voraussichtlich eine Milliarde Dollar in 2016 vervierfacht. Deutschland belegt hier den dritten Platz. Mithilfe einer LinkedIn-Auswertung konnten die Studienmacher feststellen, dass sich vier deutsche Städte unter den Top 10 der meisten Berufstätigen im Sektor Frontier Hardware befinden. Dazu zählen Köln (Platz 9), Frankfurt (Platz 7), Berlin (Platz 5) und München mit dem ersten Platz. Berlin wiederum führt das AI- und VR-Talente-Ranking an.

Für den Innovations-Standort Deutschland also keine schlechte Ausgangsposition, starten doch Gründer ihr Startup genau dort, wo sie auf gute Mitarbeiter treffen! Immer mehr Innovationsleader sind übrigens im deutschen Mittelstand anzutreffen. Seit 1993  vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Eine Auszeichnung, über die sich im vergangenen Jahr auch erstmals die Schober Information Group Deutschland freuen durfte. Innovative Ideen, gepaart mit einem langem Atem und ständiger Veränderungsbereitschaft, haben der Schober Information Group Deutschland GmbH zur Marktführerschaft in Deutschland und zu einer Position im internationalen Spitzenfeld der Branche verholfen.

lightbulbs-1875257_1920
Quellen:
Deloitte-Studie
Wired-Studie

Haben Sie Fragen?